
Warum die Zukunft des Brandings in der Co-Kreation liegt
Ein Gastbeitrag von Klaus Hofegger
In einer Welt, in der digitale Perfektion zum Standard geworden ist, stellt sich die Frage: Was macht eine Marke heute noch spürbar? Gemeinsam mit dem Beraterinnen-Netzwerk von 10VORNE habe ich eine Antwort gesucht, die über klassisches Design hinausgeht. Ein Rückblick auf einen Prozess, der auch für mich als Markenentwickler Neuland war.
Echtes Erleben statt digitaler Glätte
Mit der Arbeit an 10VORNE haben wir gezeigt, wie Branding heute funktionieren kann. Wir leben in einer Zeit, in der perfekte Ästhetik allgegenwärtig und damit oft austauschbar ist. Wenn das Visuelle zum Standard wird, gewinnt das tatsächliche Erleben an Bedeutung.
Digitale Bilder bleiben wichtig – aber der wahre Wert verschiebt sich hin zu Dingen, die Substanz haben:
Analoge Sinnbilder: Symbole, die man „greifen“ kann.
Rituale: Handlungen, die Identität stiften.
Echte Begegnungen: Der Moment, in dem die Marke im direkten Dialog lebendig wird.
Der Prozess als gemeinsames Fundament
Bei 10VORNE haben wir uns bewusst gegen den klassischen Design-Entwurf „im stillen Kämmerlein“ entschieden. Stattdessen haben wir das Netzwerk selbst in den Entstehungsprozess einbezogen.
Co-Kreation war hier kein Schlagwort, sondern die Methode. Das bedeutete auch für mich eine Umstellung: Ich habe meine Rolle als klassischer „Autor“, der alles vorgibt, zurückgenommen. Stattdessen agierte ich eher als Kurator, der die vielfältigen Impulse aus dem Netzwerk aufgenommen und in eine klare Form kanalisiert hat.
Ein Sprung ins kalte Wasser – mit Erfolg
Diese Art zu arbeiten ist für Marken der Zukunft entscheidend. Sie müssen offen und partizipativ sein, um in einer komplexen Welt zu bestehen.
Für mich persönlich war dieser Weg auch Neuland, da es keine fertige Schablone gab. Umso schöner ist es zu sehen, wie sehr die Marke 10VORNE heute durch die gemeinsame Energie aller Beteiligten strahlt.
Branding ist kein statisches Ergebnis mehr – es ist ein lebendiger Dialog.

